DIE FIGUR IN DER MALEREI
Hans Fronius zu Ehren
17.01.03 – 01.12.2003, Schömer-Haus
Agnes Essl hat diese Ausstellung im SCHÖMER-HAUS konzipiert
und wählte dafür fünfzig Werke österreichischer
Künstler aus. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Vielfältigkeit
des Menschenbildes in der Malerei. Die künstlerische Umsetzung
reicht von realistisch-stofflichen bis zu verklärt-immateriellen
Bildern.
Hans Fronius, dessen Geburtstag sich 2003 zum 100.
Mal jährt, ist der gesamte 3. Stock des SCHÖMER-HAUSES
gewidmet. Er ist einer der großen Maler Österreichs.
Werke von Fronius aus der Sammlung Essl sowie zehn Leihgaben
des Stiftes St. Florian geben Einblicke in seine expressionistische
Auseinandersetzung mit dem Menschen. Christliche, mythologische
und literarische Motive dominieren sein figürliches Werk.
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HANS FRONIUS
Christel (1963)
Öl auf Holzfaserplatte, 56 x 45 cm
Foto: Atelier Neumann, Wien
© Christin Fronius |
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MARIA LASSNIG Woman Power
(1979)
Öl auf Leinwand, 182 x 126 cm
Foto: Archiv Maria Lassnig
© Sammlung Essl Privatstiftung |
Christliche Motive finden sich auch bei Adolf Frohner, Valentin
Oman, Martha Jungwirth und Christian Ludwig Attersee. Spannend
ist es, die malerische Umsetzung dieser inhaltlich aufgeladenen
Symbole zu vergleichen. Das Atelier und das Umfeld des Künstlers
interpretiert Georg Eisler realistisch-expressiv. Zoran Music
konzentriert sich in seinen Selbstbildnissen auf innere Bilder.
Stoffliches tritt zurück, die Figuren lösen sich auf,
vergeistigen sich.
Günter Brus setzt sich mit Existenziellem auseinander,
jedoch in einer literarisch-zeichnerischen Malweise. Der Einsatz
von Grafischem und die Verarbeitung von kunsthistorischen Zitaten
verbinden die Arbeiten von Jürgen Messensee und Peter Sengl.
Karl Korab und Giselbert Hoke reduzieren ihre phantastischen
Figuren stark auf Formales und auf die Grundfarben.
Für die "Jungen Wilden" wie Siegfried Anzinger und Alois
Mosbacher diente die menschliche Figur lediglich als Anlass,
Malerei exzessiv zu betreiben. Maria Lassnig macht Empfindungen
sichtbar, für die nur die Malerei als Medium dienen kann.
Die Ausstellung im SCHÖMER-HAUS wird ein Jahr zu sehen
sein. Als Ausstellungs- und Konzertort nimmt das von Architekt
Heinz Tesar entworfene Bürohaus weiterhin eine wichtige
Stellung im Vermittlungskonzept der Sammlung Essl ein. Die Ausstellungen
im SCHÖMER-HAUS werden auch in Zukunft von Agnes Essl kuratiert.
Der Schwerpunkt liegt auf der österreichischen Malerei,
wobei hier auch Werke vor 1945 ausgestellt werden. Regelmäßige
Führungen, auch mit der Sammlerin selbst, unterstreichen
das Konzept dieses Ausstellungsortes.
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updated: 06.09.2010
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