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AUGUST WALLA
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Der 1936 geborene Künstler August Walla zählte neben Johann Hauser und Owald Tschirtner zu den bekanntesten Gugginger Künstlern.
Bereits früh entwickelte er seine eigenen "Welten" - den Schrebergarten in Klosterneuburg, in welchem er mit seiner Mutter die Sommermonate verbrachte, gestaltete und bemalte er nach seinen Vorstellungen. Er trug Gegenstände aus seiner unmittelbaren Umgebung zusammen, beschriftete, bezeichnete und bemalte sie. Die Arbeiten von August Walla wirken sehr ornamental, erzählerisch und zeichenhaft. Nicht-naturalistische Formen und Figuren, kombiniert mit Schriftzeichen bedecken zweidimensional und flächenfüllend die Malträger. Für seine Werke brauchte er keine Vorlagen, Walla wußte immer, was er gerade darstellen wollte.
Neben dem Kosmos seiner Götterfiguren und den ornamentalen Zeichen spielen Schrift und Sprache eine wichtige Rolle in Wallas Werk. Die Schriftzeichen in seinen Arbeiten wirken auf den Betrachter meist rätselhaft und unverständlich. Er verwen-dete nicht nur bekannte Wörter, sondern auch Wortschöpfungen und Wörter aus fremden Sprachen, Walla besaß mehrere Fremdwörterbücher. Selbst die einzelnen Buchstaben, die er immer wieder abwandelte, waren für ihn von besonderem Interesse - er selbst spricht von "heiligen Zeichen". Wallas "Alphabet" bestand auch aus Symbolen, wie Kreuz, Hakenkreuz, Hammer und Sichel, deren Bedeutungen jedoch verschoben sind.
1955 wurde Walla mit Beschluß vom Bezirksgericht Klosterneuburg entmündigt und seine Mutter als Vormund eingesetzt. Ab 1970 kam er immer wieder für kürzere Krankenhausaufenthalte in das Niederösterreichische Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie nach Maria Gugging. Dort entdeckte Primar Prof. Leo Navratil das künstlerische Talent Wallas. Ab 1983 lebte Walla ständig im Haus der Künstler in Maria Gugging. Dort schuf Walla sein eigenes Reich: Er bemalte die Wände seines Zimmers sowie die Nordseites des Hauses, veränderte Möbelstücke und hinterließ seine Spuren auch an Wegen, Bäumen, Straßen, Parkbänken und anderen Gegenständen.
Die Arbeiten von August Walla wurden erstmals 1970 gemeinsam mit anderen Gugginger Künstlern in der Galerie nächst St. Stephan in Wien gezeigt. Das Ehepaar Agnes und Karlheinz Essl sammelt seit Mitte der achtziger Jahre Kunst aus Gugging - August Walla ist mit 20 Werken in der Sammlung vertreten. 1999 fand eine große Ausstellung der Kunst aus Gugging ("CAROM") im Schömer-Haus statt.
Der Künstler schuf seine eigene Mythologie mit bekannten und selbst erfundenen Göttern und Wesen. Diese Figuren finden sich in all seinen Werken, wie unter anderem in seiner späten Leinwandarbeit "Götter" von 1999. Großformatige Leinwände dienten dem Künstler als transportable Wand. Zum Bestand der Sammlung Essl gehört auch die mit Bleistift, Kugelschreiber und Acryl gemalte "Tischdecke" von 1993. Wie in vielen seiner Bilder nimmt er hier Bezug auf seine Heimatstadt Klosterneuburg.
In seinen Arbeiten verfluchte der Künstler oft den Tod, gleichzeitig identifiziert er sich mit ihm. Sich selbst nannte er "Welt-all-ende-tod Walla". Höher als Gott Sabaoth sei nur der All-ende-tot. Walla schreibt: "Allendegott der ich bin." (Leo Navratil, 1991, S. 343)
August Walla ist am 7. Juli 2001 einem Krebsleiden erlegen.
Text: Christine Humpl (Sammlung Essl)
Updated: 2 Aug 2001
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