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LOUISE BOURGEOIS

1911 geboren in Paris
2010 gestorben in New York


LOUISE BOURGEOIS
Louise Bourgeois, 2003
Foto: Nanda Lanfranco



Persönliche Daten

1936-37 Studium an der Académie d’Espagnat und an der Académie Ranson
1936-38 Studium an der École des Beaux-Arts
1937-38 Studium an der Grande-Chaumière
1938 Studium an der Académie Julian und an der Académie Scandinavie
1943 Honorary Award
1977 Ehrendoktorwürde der Yale University
1999 Praemium Imperiale der Japan Art Association
2005 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst


Zum Werk

„Kunst zu schaffen heißt, im Zustand eines Verlangens zu erwachen, eines Verlangens danach, seinen Ärger, seine Wut loszuwerden. Es ist kein lineares Voranschreiten: es ist wie bei einer Uhr. Jeden Tag, zu einer bestimmten Stunde, stellt es sich wieder ein. Es ist ein bestimmter Rhythmus, der täglich wiederkehrt. Und es ist heilsam, Kunst zu machen.“1

Die Bildhauerin, Zeichnerin und Installationskünstlerin Louise Bourgeois arbeitet in ihrem Werk traumatische Kindheitserlebnisse auf. Persönliche Erinnerungen bilden die Grundlage ihres Schaffens. Nach den Worten der Künstlerin drücken ihre Arbeiten Gefühle aus, negative Energie wandelt sich beim Gestalten der Objekte um.

Im Frühwerk in den 1950ern entstehen Holzskulpturen, die „Personages“. Geschnitzte, hochstilisierte, stelenartige Figuren werden in Farbe gefasst, im Raum platziert und so zueinander in Beziehung gesetzt. Der Ausstellungsraum wird auf diese Weise in die Gestaltung miteinbezogen. Bourgeois sieht die Stelen als Persönlichkeiten, Charaktere oder Rollenträger. 1974 gestaltet sie das Objekt „The Destruction of the Father“ und arbeitet damit ihre ambivalente Beziehung zu ihrem Vater auf, der mit ihrer Englischlehrerin im Haus seiner Ehefrau über zehn Jahre ein Verhältnis hatte. Es handelt sich um eine Installation aus Stoffbahnen, Gips und Latex, dabei werden latexüberzogene Brust- und Phallusformen durch rötliches Licht in Szene gesetzt. Der Impuls zu dieser Arbeit ist Angst, die die Künstlerin nach der Vollendung des Werkes besiegt hat.

1986 erschafft Bourgeois ihre erste „Cell“, neunundzwanzig weitere folgen. In diesem Werkprozess wird die Skulptur von außen nach innen gekehrt. In den von schlichten Türen oder von Käfigen umstellten Räumen lagern je nach Installation unterschiedliche Gegenstände oder Skulpturen, wie ein lauschendes Ohr, ein leeres Bett oder ein riesiger Gong, die der Kontemplation dienen.

Bourgeois’ Verhältnis zu ihrer Mutter, wird durch die „Mamans“ symbolisiert. Das Essl Museum besitzt eine dieser Skulpturen. Als „Maman“ bezeichnet die Künstlerin ihre Spinnenfiguren, die stellvertretend für ihre Mutter stehen, da diese als Restauratorin beschädigte Tapisserien mit neuen Webstellen versah. Bourgeois verbindet mit der Spinne eine wohlgesinnte Hüterin, bei der sie Zuflucht vor ihrem lieblosen Vater findet. Die aus Bronze und Holz gefertigte Plastik „Spider Home“ (2002) besteht aus einer kleinen Spinne, die hinter einer großen herkrabbelt. Über beide Tiere ist ein Netz gespannt, in dem eine Fliege gefangen ist. Das Motiv der Spinne hat Bourgeois wiederholt in ihrem Werk verwendet. Es taucht in unterschiedlichen Materialien im privaten, sowie in monumentaler Größe im öffentlichen Raum auf. Ihr Werk ist nach ihrer Worten „nicht nur ein Versuch die Vergangenheit wieder herzustellen, sondern sogar, sie zu kontrollieren.“2


Elisabeth Pokorny-Waitzer

1) Louise Bourgeois, in: Louise Bourgeois. Emotions Abstracted, AK Daros Exhibitions, Zürich 2004, S. 6.
2) Louise Bourgeois, in: Louise Bourgeois, Bd.1: Skulpturen 1994-1998, AK Bielefeld 1999, S. 18.




Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum

2011 FESTIVAL DER TIERE. Eine Ausstellung für Kinder. Erwachsene willkommen!
2005 FIGUR / SKULPTUR. Werke aus der Sammlung Essl, Klosterneuburg


Weblink

www.louisebourgeois.yolasite.com >>


Weiterführende Literatur zu dieser Künstlerin finden Sie in der Bibliothek >> des Essl Museums.
updated: 29.03.2011