MARTIN EDER
1968 geboren in Augsburg
Lebt und arbeitet in Berlin
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| Martin Eder, 2008 |
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Der Schein, 2007
Öl auf Leinwand / oil on canvas
200 x 150 cm
Foto: courtesy Galerie EIGEN+ART, Leipzig/Berlin
© VBK, Wien, 2011
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Persönliche Daten
| 1986-92 |
Studium an der Hochschule Augsburg |
| 1993-95 |
Studium an der Akademie der bildenden Künste
Nürnberg |
| 1995-96 |
Besuch der Gesamthochschule Kassel |
| 1996-99 |
Studium an der Hochschule für Bildende
Künste Dresden |
| 1999-2001 |
Meisterschüler bei Prof. Bosslet |
Zum Werk
„Jede Zeit und jede Generation bekommt die Kunst, die sie
verdient hat.“1
Martin Eder arbeitet als gegenständlicher Maler und Fotograf.
Seine zarten, luftigen Aquarelle zeigen junge, hübsche Mädchen
oder Kätzchen. Bekleidet oder als Akt abgebildet, stellt
er die Mädchen in verschiedenen Posen dar. Feinsinnig in
ihrer Laszivität erfasst oder gar masturbierend wiedergegeben,
haben sie zum Ruf des Malers als Autor von „Lolitas“
oder „Meister des schlechten Geschmacks“ beigetragen.
Selbstgemachte Fotografien, die er als Skizzen benutzt, liegen
den Bildern zugrunde. Die Modelle werden nach den Aufnahmen und
den danach gefertigten Skizzen, nochmals ins Atelier gebeten,
um die gewünschte Pose wieder einzunehmen. In manchen, surrealistisch
anmutenden Ölgemälden findet sich in vielen Fällen
ein Detail, das einen Hinweis auf eine Allegorie bietet oder nur
den Blick des Betrachters irritiert, um ihn zum Nachdenken anzuregen.
„Meine Arbeit bezieht sich auf die Sehnsüchte, auf
das, was sich die Menschen wünschen.“2
In dem Gemälde „Der Schein“ (2007) sitzt eine
grüne Echse mit blauvioletten Libellenflügeln lauernd
auf einem Blatt während sie mit ihrem Reptilienschwanz einen
anderen Zweig umklammert. Im landschaftlichen Hintergrund zieht
ein düsteres und stürmisches Gewitter heran. Echsen
mit Flügeln gibt es in der Natur seit Urzeiten nicht mehr.
Das von Eder geschaffene Tier ist nur eine Illusion vor einem
illusionistisch anmutenden Firmament. Die perfekte Malerei Eders
suggeriert dem Betrachter eine Realität, die so nicht existiert,
denn zur gleichen Zeit muss man feststellen, dass das chimärenhafte
Fabelwesen in der modernen Landschaft mit Autobahnbrücke
zum Surrealen gehört.
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Voll Frucht und
Fülle, 2007
Öl auf Leinwand / oil on canvas
160 x 120 cm
Foto: courtesy Galerie EIGEN+ART, Leipzig/Berlin
© VBK, Wien, 2011
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Ein weiteres Ölbild „Voll Frucht und Fülle“
(2007) ist das Porträt eines alten Mannes mit weißem
Bart, der fast nackt, nur mit einem Lendenschurz bekleidet vor einem
stürmischen Himmel steht. In der rechten Hand hält er
wie eine Bacchusgestalt eine nicht mehr ganz gefüllte Schale
mit roten Kirschen, mit der linken hebt er zwei Früchte hoch,
die er eingehend betrachtet. Ein Hauch von Vergänglichkeit
spiegelt sich in diesem Porträt. Es kann als Allegorie auf
die Vergänglichkeit der Jugend und rauschender Feste gelesen
werden, die nun in einen alten Körper und in ein Gefäß
mit den übrigen Früchten verwandelt, in diesem Gemälde
umgesetzt wird. Beide Werke der Sammlung Essl sind höchst aufgeladen
voll Bedeutung, Rätselhaftigkeit und Dramatik.
Elisabeth Pokorny-Waitzer
1) Martin Eder im Gespräch mit Thomas Wagner, in: Martin
Eder, AK Galerie Eigen + Art, Leipzig 2007, S. 9.
2) ebenda, S. 11.
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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