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BARRY FLANAGAN

1941 geboren in Prestatyn, North Wales
2009 gestorben in Santa Eulalia, Ibiza

Barry Flanagan Barry Flanagan
Barry Flanagan, 2004
Foto: Fabrice Gilbert
Harebell on Portland stone piers, 1983
Bronze und Portland Stein
243 x 284 cm; Ø 191 cm
Foto: Peter Kuffner



Persönliche Daten

1957-58 Studium am College of Art and Crafts, Birmingham
1964-66 Studium an der St. Martin´s School of Art, London
1967-71 Dozent an den beiden Schulen



Zum Werk

Der britische Bildhauer Barry Flanagan ist seit Ende der 70er Jahre bekannt für eine Vielfalt an Bronzeskulpturen und Zeichnungen rund um ein Motiv – den Hasen.

Flanagans Frühwerk, ab Mitte der 60er Jahre, kennzeichnen jedoch Objektassemblagen aus Sand und Papier, die in Stoffhüllen eingenäht werden. Andere Objekte dieser Zeit entstehen aus Faltungen von Stofftüchern, die mitunter auch von einer Leine hängen. Er stellt sich mit diesen Objekten in Materialwahl und Verarbeitung gegen traditionelle bildhauerische Arbeitsweisen.

Barry Flanagans erster Hase ("Leaping Hare") entstand 1979. Diese Hasen springen mit überstreckten Läufen, einer Ballerina gleich, über eine Glocke („Hare Bell“) oder andere Gegenstände. Berühmte Kunstwerke zitierend, wie zB. Rodins Denker, lässt er seine Hasenfiguren in die Rolle des Darstellenden schlüpfen. In seinem Werk „Pirate Wheel“ (2005) kombiniert er die bekannte Ready-made Skulptur „Fahrrad-Rad“ mit einem darüber springen Hasen und stellt somit einen Bezug zum konzeptionellen Werk Marcel Duchamps her.

Barry Flanagan  

Pirate Wheel, 2005
Bronzeskulptur
213 x 198 x 77 cm
Foto: Courtesy Waddington Galleries, London
 


Weitere Protagonisten lässt er auf Wolkenkratzern herumklettern, auf dem Empire State Building tanzen oder hoch konzentriert am Computer sitzen. Sie zeigen sich auch in Interaktion als Akrobaten-Duo, Burlesktänzer oder im Wettkampf.

Flanagans Hasen weisen menschliche Wesensmerkmale auf und ermöglichen dadurch breite kulturelle und symbolische Deutungen, aber auch individuelle Assoziationen. So steht der Hase für das Leben an sich, kann aber auch in Verbindung mit Christus und der Auferstehung betrachtet werden.

Begleitet werden die Bronzeskulpturen dieser Hasen von Zeichnungen und Grafiken, die Flanagans Annäherung an diese Form transparent machen. Es sind lebhaft gestische Skizzen, auch einzelner körperlicher Details der Hasen, die Barry Flanagans Interesse an der Vielgestaltigkeit in den Bewegungen dieses Motivs dokumentieren. In späteren Grafiken der 90er Jahre reduziert er die Figur des Hasen nahe an die Abstraktion heran.

Barry Flanagan war zweifacher Teilnehmer der Documenta in Kassel und bespielte 1982 den britischen Pavillon der Biennale in Venedig.

Maria-Theresia Moritz



Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum

2011 FESTIVAL DER TIERE. Eine Ausstellung für Kinder. Erwachsene willkommen!
2007 PASSION FOR ART
2000 Works in Space. Objekte und Skulpturen im Dialog mit der Ausstellung the first view
seit 1999 Skulpturengarten Essl Museum




Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der Bibliothek >> des Essl Museums.
updated: 03.03.2011