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MARKUS LÜPERTZ

Geboren 1941 in Reichsberg/Böhmen
Lebt und arbeitet seit 1961 in Berlin, Düsseldorf und Karlsruhe

Markus Lüpertz Lüpertz -  Männer ohne Frauen
Markus Lüpertz, 2005
© Atelier Tom Lemke, Düsseldorf
Männer ohne Frauen. Parsifal, 1993
Tempera und Öl auf Leinwand
172 x 140 cm
© Courtesy Galerie Michael Werner
Köln und New York

Persönliche Daten

1956 – 61 Werkkunstschule Krefeld, Kunstakademie Düsseldorf
1964 Eröffnung Galerie Großgörschen 35
1974 Gastprofessur Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe
1976 Professur Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe
1986 Professur Kunstakademie Düsseldorf
1988 Rektor Kunstakademie Düsseldorf
1996 Bühnenbild und Kostüme zu Verdis Oper "Troubadour",
Deutsche Oper in Duisburg und Düsseldorf
2003 "Julio González" Preis


Zum Werk

Die Malerei ist das zentrale Thema im Werk von Markus Lüpertz, einem der wichtigsten Vertreter des deutschen Neoexpressionismus. Die Motive werden wiederholt und in einem stets neuen Blickwinkel zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit hinterfragt, um letztendlich in reiner Malerei aufzugehen.

In Berlin entwickelt Markus Lüpertz Anfang der 1960er Jahre seine von ihm so bezeichnete dithyrambische Malerei, deren Ansatz im Wandel eines bekannten Gegenstandes, etwa dem Baumstamm, zu einer freien und von Poesie erfüllten Form besteht. Diese Arbeiten werden ab 1964 in der von Lüpertz gegründeten Berliner Galerie "Großgörschen 35" präsentiert. Rückblickend sieht Lüpertz in diesen Bildern seinen individuellen Beitrag zur Abstraktion.

In der ersten Hälfte der 1970er Jahre zeigen seine Bilder eine spezifisch deutsche Ikonografie. Diese Werkgruppe der "Deutschen Motive" mit monumentalen Geweihen oder Stahlhelmen in erdiger Farbpalette, ist Markus Lüpertz’ Auseinandersetzung mit dem nicht bewältigten deutschen Nationalpathos.

Ab den frühen 1980er Jahren bezieht er sich mit seinen Arbeiten auf die Geschichte der Kunst. Im Bild "Schlangenbeschwörer" von 1985 sind deutliche Züge kubistischer Malerei erkennbar. In der Serie "Zwischenraumgespenster" von 1987 treffen Amphoren, mit einem Gesicht an ihrer Oberfläche, auf grotesk anmutende Wesen. Markus Lüpertz arbeitet in diesen Jahren ebenso an überlebensgroßen Bronzeskulpturen, die klassische Schönheitsideale und mythologische Figuren wie Apoll oder Prometheus ironisch hinterfragen. Prägend für diese mitunter bemalten Figuren sind die deutlich sichtbaren Spuren des Arbeitsprozesses.

Mit der Serie "Männer ohne Frauen. Parsifal" von 1995 wendet sich Markus Lüpertz erneut dem Motiv des Kopfes zu. Die Bildnisse zeigen, immer frontal und schematisch, einen männlichen Kopf. Virtuos bewegt sich darin allein die Malerei.

Markus Lüpertz - Vesper Markus Lüpertz - Vesper   Markus Lüpertz - Vesper
Vesper, 2000
Mischtechnik, Öl auf Leinwand
300 x 150 cm, 300 x 160 cm, 300 x 160 cm


In den folgenden Jahren rückt die Landschaft in den Fokus seiner Malerei. Die schlanken und hohen Formate der "Vesper" Serie von 2000 zeigen Birkenstämme als naturalistische Bezugspunkte, die Bildfläche selbst wird weitgehend von regelmäßigen Farbflecken und Gitternetzen dominiert.

In Betrachtung der Rückenakte, die in den letzten Jahren entstanden, finden sich Elemente dieser Landschaftsbilder wieder. Sie verbinden sich nun mit Rückenfragmenten und gegenständlichen Elementen zu einer Malerei, die "Dinge sehen lässt, die nirgendwo sonst zu finden sind, und Dinge festhält, die anders nicht festhaltbar sind."
(Markus Lüpertz in: Kunstforum International, Bd. 134, 1996, S. 308)

Maria Theresia Moritz



Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum

2013 DER HIMMEL IM GARTEN, Schömer-Haus
2010 SCHÖNES KLOSTERNEUBURG. Albert Oehlen hängt Bilder der Sammlung Essl
2010 CORSO. WERKE DER SAMMLUNG ESSL IM DIALOG
2008 BASELITZ BIS LASSNIG
2007 PASSION FOR ART
2003 PERMANENT 04
2002 Permanent 02
2001 Reisen ins Ich. Künstler/Selbst/Bild
2000 Sammlung Essl – Permanent 01
1999 THE FIRST VIEW, Sammlung Essl, Klosterneuburg



Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der Bibliothek >> des Essl Museums.
updated: 26.04.2013