ALOIS MOSBACHER
1954 geboren in Strallegg, Steiermark
Lebt und arbeitet in Wien
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Alois Mosbacher, 2011
Foto: Andreas Rigling
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Robbe, 1984 Öl
auf Leinwand 125 x 100 cm |
Persönliche Daten
| 1973-78 |
Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste,
Wien |
| 1979 |
Kunstpreis des Landes Steiermark |
| 1993 |
Kunstpreis der Stadt Wien |
| 2001 |
Georg Eisler Preis |
Zum Werk
„Ich hatte mit meiner Familie ein Haus am Land gemietet
und eine längere Zeit dort verbracht. Ich wollte keine Stadtkunst
machen und bin viel im Wald herumgestreift, dabei stieß
ich auf einen Mann, der sich zwischen den Bäumen aus Abfallholz
ein Haus zusammengenagelt hatte. Ich habe begonnen, dieses Haus
zu fotografieren, doch dann fing er an, mir Nazigeschichten zu
erzählen. Alles war ganz seltsam, ich bin dann gegangen.
Ich baute selber eine Hütte und hielt sie in Bildern fest.
Unterhalb des Waldstückes befand sich ein Bauernhof, und
während meines Aufenthalts im Wald kamen immer Hühner
vorbei. Ich begann, für jeden Dorfbewohner ein Huhn zu malen.
So fing es an, es folgten unzählige Hühnerbilder, unter
anderem auch das mit der Weltkarte. Ein Freund von mir meinte,
Hühnchen koche man ja auch überall, auf der ganzen Welt.“1
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Atlas (Landkarte mit
Hühnern), 1997
Öl auf Leinwand
2-teilig
je 300 x 200 cm
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Alois Mosbachers figurative Malerei beschäftigt sich in den
1980er Jahren hauptsächlich mit Darstellungen von Pflanzen
und Tieren. Im Laufe der Zeit hat er sich ein Repertoire von unterschiedlichen
Sujets und Formen angeeignet. So widmet er sich etwa in den 1990er
Jahren der Darstellung von Hühnern und nach 2000 entsteht eine
ganze Serie von Hundebildern mit besonders ausdrucksstarken und
berührenden Tiergesichtern, worin sich vor allem eine der malerischen
Qualitäten des Künstlers deutlich zeigt. Dabei dienen
die Tiere ausschließlich als Vorwand für die Malerei,
es geht Mosbacher nicht um psychologisierende Portraits, er nähert
sich den Tieren in seiner Malerei ganz unverstellt.
In seinem frühen Ölbild „Robbe“ (1984) balanciert
ein in die Mitte gesetzter Seehund, der aus dem Meer aufspringt,
einen roten Ball auf seiner Schnauze. Seine Konturen sind nicht
scharf umrissen, sondern verzahnen sich mit dem Wasser und Himmel
im Hintergrund. Mosbacher setzt mit dem Pinsel breite, kräftige
Striche, die die Farben in pastosem Auftrag miteinander verweben
lassen.
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Investigations, 2002
Ö l auf Leinwand
200 x 300 cm
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In seinem Werkblock „Out There“ (ab 2002), der über
achtzig Bilder umfasst, widmet er sich dem Thema des Waldes, der
hier zum Raum für Außenseiter, Abenteurer und Ausgestoßene
wird. Der Wald dient als Tatort und Kulisse zugleich. Unheimliche
Wanderer, eine verlassene Hütte oder eine einsame Lichtung
sind Motive, mit denen Mosbacher in seinen Bildern spielt und
die im Gegensatz zu der seit der Romantik etablierten Idee von
Wäldern als melancholisches Idyll stehen. Sie sind bei Mosbacher
Synonym des Unerforschten, Angst machenden und Dunklen. Requisiten
der Zivilisation, etwa vergessene Reisetaschen oder ein mit Laub
bedecktes, abgestelltes Auto, verstärken diese Stimmung.
Der Künstler spielt mit verschiedenen Realitäten. Manchmal
wird die Fortsetzung eines Astes über zwei Bilder geführt,
dann wieder endet er abrupt an der Bildkante. Die narrativen Szenen
erinnern an Video- oder Live-Rollenspiele, in denen der Ablauf
der Geschichte selbst bestimmt werden kann. Mosbacher sucht sich
heute sein Material auf der Navigationsplattform des World Wide
Web. Dort findet er Bilder, die als Bausteine für eine mögliche
Erzählung herangezogen werden können. Er legt davon
ein Archiv an, das er jederzeit als Unterlage für ein Bild
sichten kann. Danach übersetzt er das gewählte Motiv
in Malerei.
Neben verschiedensten Tierdarstellungen sind auch Werke aus dem
Zyklus „Out There“ in der Sammlung zu finden. Im Ölbild
„Investigations“ (2002) befinden sich drei Männer
mit Kappen in einem Waldstück und suchen das Terrain ab.
Die vielfältigen Grüntöne sind mit dünnflüssiger
Farbe angelegt und kontrastieren reizvoll mit dem weißen
Hemd eines am Boden kauernden Mannes. An manchen Stellen verrinnen
die Farben gegen den unteren Bildrand zu. In diesem Gemälde
wird der Wald zum Ort einer Handlung und Träger einer Geschichte,
die es dem Betrachter anheim stellt, sie Stück für Stück
zusammenzusetzen.
Elisabeth Pokorny-Waitzer
1) Alois Mosbacher im Gespräch mit Kindern in seinem
Atelier in Wien, 2011, in: Festival der Tiere, AK Essl Museum,
Klosterneuburg, 2011.
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
| 2011 |
FESTIVAL DER
TIERE. Eine Ausstellung für Kinder. Erwachsene
willkommen! |
| 2007 |
PASSION
FOR ART. 35 Jahre Sammlung Essl |
| 2006 |
ÖSTERREICH:
1900 – 2000. Konfrontationen und Kontinuitäten
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| 2004 |
NEUE WILDE
- Eine Entwicklung |
| 2003 |
DIE FIGUR IN DER
MALEREI. Österreichische Malerei zwischen 1960-1990.
Hans Fronius zu Ehren |
| 2001 |
FALLOBST.
Witz Ironie Kunst |
| 1999 |
the first view
im Schömer-Haus |
| 1996 |
Realismus als Methode |
| 1994 |
Neue Malerei in Österreich, Karmeliterkirche, Wiener
Neustadt |
| 1989 |
Österreichische Malerei und Graphik nach 1945, Ausstellungszentrum
Bärnbach, A |
| 1991 |
Das Jahrzehnt der Malerei. Österreich 1980 bis 1990.
Sammlung Essl, Kunstforum Wien; 1992-1996 weitere Stationen
in Europa, Indien und den USA |
| 1989 |
Österreichische Malerei und Grafik nach 1945, Ausstellungszentrum
Bärnbach |
Weblink www.aloismosbacher.at
>>
Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der
Bibliothek >> des Essl Museums.
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