DEBORAH SENGL
1974 geboren in Wien
Lebt und arbeitet in Wien
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Deborah Sengl im Atelier,
2011
Foto: © Ingo Pertramer |
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Die Löwin - als
Raubtier - ertarnt sich die begehrte Beute, 2004
Präparat
132 x 210 cm |
Persönliche Daten
| 1992-97 |
Studium an der Hochschule für angewandte
Kunst in Wien |
| 1992 |
Studium an der Abteilung für visuelle
Mediengestaltung |
| 1995 |
Gastsemester an der Kunsthochschule Berlin/Weißensee
(Modeabteilung) |
| 1997 |
Diplom in der Meisterklasse Christian Ludwig
Attersee (Abteilung für bildende Kunst) |
Zum Werk
Deborah Sengl ist die Tochter des Malers Peter Sengl und der Künstlerin
Susanne Lacomb. Die Arbeiten Deborah Sengls kreisen um das Thema
der Tarnung und der Täuschung. Sie überträgt Fragen
nach Identität und der Maskerade auf das Tierreich und gestaltet
mittels Malereien, Zeichnungen und Skulpturen ein komplexes Werk,
das gerade in der heutigen Zeit, Assoziationen zum Rollenverhalten
der menschlichen Gesellschaft und damit auch Kritik an diesem hervorruft.
Erfinderisch, technisch brilliant und phantasiereich umgesetzt,
erwecken ihre Arbeiten bleibende Eindrücke. Neben der handwerklichen
Präzision und dem Überraschungseffekt zeigen sie stets
auch eine inhaltliche Tiefe.
Sengl hat zu Beginn Biologie studiert. Daran zeigt sich ihr großes
Interesse an Tieren im Besonderen und an dem Verhältnis zwischen
Tier und Mensch. Ihre Zwitterwesen aus verschiedenen Tieren oder
Tier und Mensch fungieren als Symbole für menschliches Verhalten,
das unkontrolliert, oft „animalischen“ Charakter annimmt.
Die Abhängigkeitsverhältnisse zwischen einzelnen Kreaturen
werden aufgezeigt und ihre Übertragungen auf zwischenmenschliche
Machtspiele nehmen Gestalt an. In den Tarnungen geht es um den Kampf
ums Dasein, der auch das Täuschen müssen, um bestehen
zu können, mit einbezieht. Sengl beschäftigt sich mit
der Täter-Opferrolle, deren Potential in unserer Gesellschaft
ein breites Betätigungsfeld findet. Ihre Wortschöpfung
„ertarnen“, mit der viele ihrer Werke betitelt sind,
bezieht sich auf die Fähigkeit, mittels einer Maske oder vorgetäuschten
Haltung, sich das Vertrauen einzelner oder mehrerer Individuen zu
erschleichen. Dabei kann die Tarnung durchaus auch zum Selbstschutz
eingesetzt werden. Das Präparat „Die Löwin –
als Raubtier – ertarnt sich die begehrte Beute“ (2004)
entpuppt sich als eine Mischung von Zebra und Löwin. Im Zebrafell
und mit Hufen präsentiert Sengl ein Mischwesen mit Löwenmaul,
Raubtierzähnen und Löwenschwanz, das getarnt durch die
Gräser der Steppe, jederzeit für ein Zebra gehalten werden
könnte. Dem Gang dieses Tieres angepasst, müsste es für
die getarnte Löwin ein Leichtes sein, sich ihrer Beute –
dem Zebra – zu bemächtigen.
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Hohe Tiere, 2010
Mischtechnik auf Papier / mixed media on paper
58 x 42 cm
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Die in Mischtechnik auf Papier ausgeführte Arbeit „Hohe
Tiere“ (2010) zeigt zwei Mischwesen aus Eichhörnchen
und Mensch. Zwei Eichhörnchenköpfe stecken in eleganter
Kleidung. Diese Arbeit ist Teil einer Serie von Museumsdirektoren
in Österreich. Die Konturen der Körper entnahm sie von
Pressefotos, der Kopf der jeweiligen Direktoren wird in guter Karikaturtradition
einem Tier zugewiesen, für das hier dargestellte Sammlerpaar
Essl hat sie sich für das Eichhörnchen entschieden.
Elisabeth Pokorny-Waitzer
Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum
Weblink www.deborahsengl.com
>>
Weiterführende Literatur zu dieser KünstlerIn
finden Sie in der Bibliothek
>> des Essl Museums. |
updated: 08.03.2011
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