A. R. Penck

1939 geboren in Dresden, Deutschland
Lebt und arbeitet in Dublin, Irland

A. R. Penck

1939 geboren in Dresden, Deutschland
Lebt und arbeitet in Dublin, Irland

Persönliche Daten

1953-54 Zeichenunterricht bei Jürgen Böttcher (alias Strawalde)
1956 Wiederholte Bewerbungen an den Kunstakademien in Dresden und Ostberlin werden abgelehnt; es folgen autodidaktische Studien
1957-59 Abendkurse „Aktzeichnen“ an der Dresdner Kunstakademie
1964 Bekanntschaft mit Wolf Biermann
1968 Michael Werner zeigt die erste Einzelausstellung „deutsche avantgarde 3. a.r. penck“ in der Galerie Hake, Köln
Nimmt das Pseudonym A.R. Penck an
1972 Teilnahme an der documenta 5 in Kassel
1975 Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste in West-Berlin
1980 Übersiedlung von der DDR nach Westdeutschland
1982 erste Nummer der Zeitschrift „Krater und Wolke“ erscheint
1982 Teilnahme an der documenta 7
1983 Längerer Aufenthalt in Israel und Umzug nach London
1989-2003 Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf
1992 Teilnahme an der documenta 9
2003 Umzug nach Dublin, Irland

Zum Werk
 

Der Osten
Hat mich ausgespuckt
Der Westen
Noch nicht gefressen
Jetzt werfe ich meine Erfahrung
Vor die Loewen
Ohne den Stolz
Des Epiktet
8 Sprünge
Um Beute zu machen
8 Verbeugungen
Nimm dir
Was du brauchst.1
 
 
1968 nimmt Ralf Winkler den Künstlernamen A.R. Penck an und verweist damit auf den Eiszeitforscher und Geologen Albrecht Penck (1885-1945). In seinen Bildern bedient sich A.R. Penck Strichmännchen und grafischer Bildzeichen, die in ihrer Klarheit, Rohheit und Aussagekraft an Höhlenmalerei oder an Graffiti erinnern. Bezeichnend ist das Bild „Der Übergang“ von 1963, auf dem ein schwarzes Strichmännchen auf einem brennenden Brett über eine Schlucht balanciert. Das Bild kann als Metapher für die Teilung Deutschlands gelesen werden.                         
 
In weiterer Folge entstehen die „Standart“-Bilder. Unter diesem Begriff versteht der Künstler eine Malerei, die so einfache, archaische Bildzeichen verwendet, dass jeder sie  – gleich wie etwa Verkehrsschilder oder Warenzeichen, versteht. Die „Standart“-Bilder sind für den Künstler zunächst ein positiver Beitrag zum Sozialismus. Er glaubt an eine freie Gesellschaft auf dem Boden der DDR. Doch der Staat verwehrt ihm die Anerkennung und lehnt seine Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler ab. Der Ausweg scheint die Ausrichtung auf den Westen zu sein. Im Jahr 1965 lernt A.R. Penck den Galeristen Michael Werner kennen, der seine Bilder in den Westen schmuggelt und 1968 in Köln die erste Einzelausstellung ermöglicht. 1976 beginnt Penck eine Zusammenarbeit mit Jörg Immendorff, dem West-Künstler, der sich wie er, in seiner Kunst mit den politischen Verhältnissen im geteilten Deutschland beschäftigt. So lässt zum Beispiel Immendorff im Werk „Ohne Titel“ von 1979 seinen Freund Penck und sich selbst mit Zangen den deutschen Grenzstacheldraht aufschneiden. 1980 wird Penck aus der DDR ausgebürgert und lebt heute in Irland.
Aufgrund der vereinfachten, expressiven Bilderzeichensprache mit ihren frechen, wilden und rohen Tendenzen und der oft intensiven Farbigkeit wird A.R. Penck  Anfang der 80er Jahre zu den neuen Wilden gezählt.
 
Bis heute beschäftigt sich A.R. Penck mit der Frage, wie man mit Bildern eine Gesellschaft steuern und beeinflussen kann. Wie in einem Spiegel führt Penck in seiner Kunst einfache, gesellschaftsbedingte Verhaltensmuster vor, zu denen sich der Betrachter positionieren kann. Die Bilder erzählen keine komplexen Geschichten. Vielmehr schreiben sie, oft Schwarz auf Weiß, Schlagzeilen wie zum Beispiel: „Mann bedroht Mann mit Maschinengewehr“, „Papst segnet Tiere“ oder „Stark trifft auf Schwach“. 
 
 
Mela Maresch
 

1) Zitat A.R. Penck 1982, in: Carsten Ahrens (Hg.), A.R. Penck. Deutschland. Werke aus der Sammlung Böckmann und anderen Sammlungen, Ausst.-Kat. Weserburg, Museum  für moderne Kunst, Bremen, 2009, S. 79.
A. R. Penck, 19881 / 2
Klimt zu Ehren, 19932 / 2
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